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Wie die Deutschen wohnen

Anzahl, Leerstand und Eigentumsquoten der Wohnungen

Alle vier Jahre führt das Bundesamt für Statistik eine Erhebung für den Bereich Bauen und Wohnen durch.  Nun wurden neue Zahlen veröffentlicht.

Das Statistische Bundesamt hat Ende Dezember 2016 zum Bereich Bauen und Wohnen die Ergebnisse seiner Erhebung aus dem Jahr 2014 ausgewertet und veröffentlicht. Es liefert Hochrechnungen zu Wohnraum, Baualter, Wohnfläche und Eigentümeranteile der Wohnungen in der Bundesrepublik nach Regionen. Zudem wurde für Mietwohnungen die Höhe der monatlichen Miete sowie die Betriebs- und Nebenkosten erfragt. Wir fassen wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammen.

Wie sich die Anzahl der Wohnungen in Deutschland entwickelt hat

2014 gab es in Deutschland 41 Millionen Wohnungen. Das waren 570.000 Wohnungen oder 1,4 Prozent mehr als noch vier Jahre davor. Rund 39,2 Millionen oder 95,5 Prozent aller Wohnungen befanden sich in Wohngebäuden, 1,4 Millionen in sonstigen Gebäuden mit Wohnraum (3,4 Prozent), 451.000 in Wohnheimen (1,1 Prozent) und 8.000 in bewohnten Unterkünften (weniger als 0,1 Prozent).

Anteil leerstehender Wohnungen nach Bundesländern

36,1 Millionen der Wohnungen in Wohngebäuden in Deutschland waren 2014 bewohnt, 3,1 Millionen Wohnungen dagegen unbewohnt. Das entspricht einer Leerstandsquote von 7,9 Prozent. Dieser vom Statistischen Bundesamt erhobene Leerstand berücksichtigt allerdings nicht, dass darunter viele dieser leerstehenden Wohnungen aufgrund des ruinösen Zustandes auch nicht vermietbar wären. Ein sogenannter marktaktive Leerstand, den der CBRE-Empirica-Leerstandsindex ohne „Ruinen“ oder unbrauchbare Wohnungsleerstände abbildet, kommt daher auf einen wesentlich niedrigeren Wohnungsleerstand von drei Prozent.

Den größten Leerstand gab es laut Statistischem Bundesamt in Sachsen (13,8 Prozent aller Wohnungen). Relativ hohe Leerstände gab es auch in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (13,4 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (11,2 Prozent), Thüringen (11,1 Prozent), Brandenburg (9,9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (9,2 Prozent). Im Mittelfeld liegen das Saarland (7,8 Prozent), Nordrhein-Westfalen (7,5 Prozent), Baden-Württemberg (6,9 Prozent), Berlin (6,9 Prozent), Niedersachsen, Hessen (jeweils 6,3 Prozent) und Bremen (6,2 Prozent). Der niedrigste Leerstand wurde in Hamburg (4,4 Prozent), gefolgt von Schleswig-Holstein, ermittelt. Je nach Baujahr und Wohnungsgröße gibt es jedoch deutliche Abweichungen von diesen Durchschnittszahlen. So sind in Brandenburg 40,8 Prozent aller Wohngebäude mit einer Wohnung leerstehend, aber nur zwei Prozent der Gebäude mit 13 bis 20 Wohnungen. Überdurchschnittlich hoch ist in allen Bundesländern auch der Wohnungsleerstand in Gebäuden, die von 1949 bis 1978 erbaut wurden.

Bundesländer mit hohen und niedrigen Eigentümerquoten

16,4 Millionen aller Wohnungen in Wohngebäuden wurden 2014 von ihren Eigentümern selbst bewohnt. Das entspricht einem Anteil von 45,5 Prozent. Der Anteil des selbstgenutzten Wohneigentums lag im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) mit 48,4 Prozent immer noch über dem Durchschnitt der neuen Länder (34,4 Prozent). Im regionalen Vergleich wies Berlin mit 14,2 Prozent die niedrigste Eigentümerquote auf. Niedrig ist die Eigentümerquote zudem in Hamburg (23 Prozent) und in Sachsen (34 Prozent), aber auch in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es relativ wenige Eigenheimbesitzer (jeweils 39 Prozent). Im Mittelfeld liegen bezüglich der Eigentümerquote Sachsen-Anhalt (42 Prozent), Nordrhein-Westfalen (43 Prozent), Thüringen (44 Prozent), Brandenburg (46 Prozent), Hessen (47 Prozent). Relativ viele Eigentümer finden sich in Bayern und Baden-Württemberg (jeweils 51 Prozent) und Schleswig-Holstein (52 Prozent). Die Eigentümerquote ist im Saarland mit einem Anteil von 62,6 Prozent mit Abstand am höchsten. Auch Rheinland-Pfalz (58 Prozent) und Niedersachsen (55 Prozent) weisen eine hohe Eigentümerquote auf.

Wo die Wohnungen am größten, wo am kleinsten sind

Bei einer mittleren Wohnungsfläche von 92,9 Quadratmetern standen jedem Einwohner in Deutschland durchschnittlich 44,5 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Deutschlandweit sind die Wohnungen in Rheinland-Pfalz mit 107,2 Quadratmetern am größten und in Berlin mit 69,8 Quadratmetern am kleinsten. Im Jahr 2010 hatte die mittlere Wohnungsfläche insgesamt 92,1 Quadratmeter und je Einwohner 45,1 Quadratmeter betragen. In den letzten vier Jahren ist die durchschnittliche Größe einer Wohnung zwar folglich gewachsen, die Wohnfläche je Person aber gleichzeitig zurückgegangen.

Von 2010 bis 2014 sind die Mieten im Saarland gesunken

Die monatliche Bruttokaltmiete für eine Mietwohnung in Deutschland betrug im Jahr 2014 im Durchschnitt 473 Euro. Im Jahr 2010 hatte sie im Mittel bei 441 Euro gelegen. Die Mieten stiegen im Durchschnitt von 2010 bis 2014 also um 32 Euro beziehungsweise um 7,3 Prozent. Im regionalen Vergleich stiegen die Bruttokaltmieten in dieser Zeit am stärksten in Bremen (+13,9 Prozent). Im Saarland sanken die Werte dagegen um 1,7 Prozent. Je Quadratmeter zahlten 2014 Mieter in Deutschland 6,72 Euro. Die Bruttokaltmiete je Quadratmeter hatte 2010 im Schnitt bei 6,37 Euro gelegen, das waren 0,35 Euro beziehungsweise 5,5 Prozent weniger als 2014. Die warmen Nebenkosten bei Mietwohnungen beliefen sich im Jahr 2014 auf 1,33 Euro je Quadratmeter, die kalten Nebenkosten auf 1,14 Euro.

(Dieser Beitrag wurde von im Januar 2017 veröffentlicht )